Die häufigste Empfehlung zu CBD lautet: „Es ist natürlich, also sanft und harmlos.“ Genau diese Abkürzung führt in die Irre. CBD wirkt auf den Körper pharmakologisch, beeinflusst mehrere biologische Signalsysteme und kann dadurch sowohl erwünschte Effekte als auch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen auslösen. Das bestätigen deutsche Behördenquellen wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

CBD macht im Gegensatz zu THC nicht berauscht. Daraus folgt aber nicht, dass jedes Öl, jede Blüte und jedes Nahrungsergänzungsmittel unproblematisch ist. Entscheidend sind Dosis, Produktqualität, Anwendungsdauer, persönliche Vorerkrankungen und gleichzeitig eingenommene Medikamente. Wer CBD verstehen will, sollte deshalb nicht bei Wellness-Versprechen beginnen, sondern bei den Signalwegen, die der Stoff im Körper verändert.

Was CBD im Körper wirklich bewirkt

CBD, kurz für Cannabidiol, ist kein einzelner Schalter, den der Körper einfach an- oder ausschaltet. Der Stoff beeinflusst mehrere Rezeptoren, Enzyme und Botenstoffsysteme gleichzeitig. Dazu gehören das Endocannabinoid-System, serotonerge Signale und TRPV-vermittelte Schmerzprozesse. Eine verständliche Einführung in das körpereigene Signalsystem bietet die Übersicht zum Endocannabinoid-System.

Der Unterschied zwischen CBD und THC

THC kann berauschen, CBD nicht auf dieselbe Weise. CBD verändert die Aktivität bestimmter Zielstrukturen, ohne den typischen THC-Rausch auszulösen. Das heißt allerdings nicht, dass die Wirkung rein psychologisch oder lediglich entspannend wäre. Das BVL beschreibt CBD als Stoff mit anxiolytischen, antipsychotischen, antiemetischen, neuroprotektiven, antikonvulsiven, sedativen und antiinflammatorischen Eigenschaften und betont, dass es physiologische Funktionen deutlich beeinflusst.

Diese Liste klingt zunächst nach einem breiten therapeutischen Versprechen. Sie beschreibt aber vor allem pharmakologische Eigenschaften und Wirkmechanismen, nicht automatisch einen nachgewiesenen Nutzen jedes frei verkäuflichen Produkts. Für CBD-haltige Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel sieht die deutsche Fachbewertung bei Aufnahmemengen unter 300 mg pro Tag keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für gesundheitlich vorteilhafte Wirkungen. Gleichzeitig verweist sie auf mögliche Arzneimittelwechselwirkungen und gesundheitliche Belastungen bei höherer oder längerer Anwendung.

Merksatz: Nicht berauschend bedeutet nicht wirkungslos, und natürlich bedeutet nicht risikofrei.

Die Forschung lässt sich deshalb in drei Ebenen einordnen:

  • Biologische Wirkung: CBD beeinflusst nachweislich verschiedene Rezeptoren und Enzyme.
  • Möglicher symptomatischer Nutzen: Effekte auf Angst, Schmerz, Übelkeit, Entzündung oder Krampfgeschehen sind je nach Bereich unterschiedlich gut belegt.
  • Alltagsversprechen: Aussagen wie „besserer Schlaf für alle“ oder „Entspannung ohne Nebenwirkungen“ sind deutlich vorsichtiger zu bewerten.

Im weiteren Verlauf geht es deshalb um die Rezeptor-Landkarte, konkrete Anwendungsbereiche, deutsche Versorgungsdaten, praktische Dosierungsfragen, Wechselwirkungen und langfristige Risiken. Erst danach lässt sich sinnvoll beurteilen, welches Produkt in Deutschland überhaupt verantwortungsvoll infrage kommt.

Die Rezeptor-Landkarte von CBD

Stell dir eine Espresso-Bar vor. CBD ist nicht nur der Kaffee in der Tasse. Es wirkt eher wie ein Barista, der gleichzeitig die Tasse, die Milch, die Maschine und die Temperatur beeinflusst. Der Körper reagiert deshalb nicht mit einer einzigen klaren Antwort, sondern mit einer Mischung aus veränderten Signalen.

Eine Infografik erklärt die verschiedenen Rezeptoren, auf die CBD im menschlichen Körper wirkt, wie CB1, CB2, Serotonin und TRPV1.

Mehrere Zielstrukturen statt eines einzelnen CBD-Rezeptors

Beim Endocannabinoid-System spielt CBD eine eher indirekte modulierende Rolle. Es verhält sich nicht einfach wie THC an CB1-Rezeptoren und erzeugt deshalb keinen typischen Rausch. Stattdessen beeinflusst es die Signalverarbeitung rund um CB1 und CB2 sowie die Verfügbarkeit körpereigener Botenstoffe.

Die deutsche Arzneimittelinformation beschreibt mehrere weitere Mechanismen:

  • CBD antagonisiert den G-Protein-gekoppelten Rezeptor GPR55.
  • Es blockiert unter anderem TRPM8-, α1-Adreno- und μ-Opioid-Rezeptoren.
  • Es hemmt die Fatty-Acid-Amide-Hydrolase, kurz FAAH, und kann dadurch den Abbau von Anandamid beeinflussen.
  • Es beeinflusst Calciumkanäle und die Wiederaufnahme von Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und GABA.
  • Zusätzlich bindet CBD am 5-HT1-Rezeptor.

Diese Begriffe wirken technisch, helfen aber bei einer wichtigen Einordnung: CBD arbeitet nicht an einer einzigen Stelle. Signale für Schmerz, Angst, Entzündung, Übelkeit, Sedierung und neuronale Schutzprozesse können sich deshalb gleichzeitig verändern. Das erklärt die breite Liste pharmakologischer Eigenschaften, beweist aber noch nicht, dass jede Person dieselbe Wirkung spürt.

Warum die Rezeptorwirkung nicht automatisch Heilung bedeutet

Ein Rezeptormechanismus zeigt, was ein Stoff im biologischen System tun kann. Eine klinische Studie muss dagegen zeigen, ob Menschen mit einer bestimmten Erkrankung tatsächlich besser schlafen, weniger Schmerzen haben oder seltener Anfälle erleiden. Zwischen diesen beiden Ebenen liegen Dosierung, Aufnahme im Körper, Studiendesign, Vergleich mit Placebo und die Dauer der Anwendung.

Die Unterscheidung zwischen Cannabidiol und THC hilft dabei, zwei häufige Irrtümer zu vermeiden. Erstens ist CBD nicht einfach „THC ohne Rausch“. Zweitens ist eine fehlende Rauschwirkung kein Freibrief für hohe Dosen oder die Kombination mit Arzneimitteln.

Das BVL und das BfArM ordnen CBD gerade wegen dieser Mehrziel-Wirkung als pharmakologisch relevanten Stoff ein. Für Verbraucher bedeutet das: Ein Produkt sollte nicht nur nach Geschmack oder beworbenem CBD-Gehalt beurteilt werden. Die entscheidenden Fragen lauten, welche Menge tatsächlich aufgenommen wird, ob die Inhaltsstoffe geprüft sind und ob andere Medikamente den gleichen Stoffwechselweg nutzen.

Schlaf, Schmerz, Stimmung und Entzündung

CBD wird oft als Allzweckmittel für vier Themen angeboten: Schlaf, Schmerzen, Stimmung und Entzündung. Diese Bereiche sind biologisch plausibel, aber die wissenschaftliche Absicherung ist nicht gleich stark. Ein Rezeptorbefund kann eine Wirkung erklären, ersetzt jedoch keine verlässliche klinische Aussage.

Schlaf und Stimmung

Bei Schlafproblemen hängt ein möglicher Nutzen häufig mit Begleitfaktoren zusammen. Wenn innere Anspannung, Schmerzen oder Sorgen den Schlaf stören, kann eine Veränderung dieser Belastungen indirekt die Nachtruhe beeinflussen. Daraus folgt nicht, dass CBD bei gesunden Menschen zuverlässig sediert oder jede Form von Schlafstörung behandelt.

Für Angst und Stimmung existieren interessante pharmakologische Ansätze, insbesondere über serotonerge Signale. Trotzdem bleiben viele Befunde durch kleine Untersuchungen, kurze Beobachtungszeiträume und mögliche Placeboeffekte begrenzt. Wer CBD bei Depressionen einsetzen möchte, sollte es nicht als Ersatz für eine diagnostische Abklärung oder etablierte Behandlung betrachten. Eine verständliche Einordnung bietet der Beitrag zu CBD bei Depressionen.

Schmerz und Entzündung

Die deutsche Begleiterhebung zur medizinischen Cannabisversorgung zeigt, dass chronische Schmerzen in der realen Versorgung eine zentrale Rolle spielen. Das sagt jedoch nicht, dass frei verkäufliches CBD-Öl jede Schmerzart wirksam behandelt. Eine deutsche Fachübersicht bewertet die Evidenz bei chronischen neuropathischen Schmerzen als Hinweis auf eine moderate Schmerzreduktion, während für beworbene positive Wirkungen von CBD in Lebensmitteln bei unter 300 mg pro Tag ausreichende Belege fehlen.

Bei Entzündungen stammen viele überzeugende Erklärungen aus Labor- oder präklinischen Untersuchungen. Beim Menschen ist die Datenlage deutlich weniger geschlossen. Eine entzündungshemmende Eigenschaft auf molekularer Ebene sollte deshalb nicht mit einer nachgewiesenen Behandlung von Arthritis, Hautkrankheiten oder chronischen Entzündungserkrankungen gleichgesetzt werden.

Anwendungsbereich Evidenzstärke Typische Dosis Studienqualität
Schlaf Uneinheitlich Keine verlässlich ableitbare Alltagsdosis Begrenzte und teils indirekte Daten
Chronischer neuropathischer Schmerz Moderate Hinweise auf Schmerzreduktion Individuell und medizinisch abhängig Deutsche Versorgungsdaten, aber keine reine CBD-Wirksamkeitsstudie
Angst und Stimmung Interessante, jedoch begrenzte Hinweise Keine pauschal sichere Selbstmedikationsdosis Häufig kleine oder experimentelle Untersuchungen
Entzündung Präklinisch vielversprechend, klinisch dünn Keine belastbare Standarddosis für Lebensmittel Viele biologische Hinweise, begrenzte Humanbefunde

Ein Produkt wie Cheese Skunk CBD 25% wird mit einem markanten Cheese- und Skunk-Aroma sowie einem hohen CBD-Gehalt beschrieben. Die Produktbeschreibung weist zugleich darauf hin, dass die Blüte ausschließlich zur Raumbeduftung bestimmt und nicht für den menschlichen Konsum geeignet ist. Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum Produktangaben und medizinische Wirkungsaussagen getrennt betrachtet werden müssen.

Was die deutsche Versorgungsforschung zeigt

Die deutsche Versorgungsrealität sieht anders aus als die Werbung für Wellness-Produkte. Die vom BfArM begleitete Erhebung zur medizinischen Cannabisversorgung begann 2017 und wurde 2022 veröffentlicht. Sie war ausdrücklich keine klinische Wirksamkeitsstudie, sondern sollte zeigen, wie cannabinoidhaltige Therapien im Versorgungsalltag eingesetzt wurden.

Mehr als 75 Prozent der erfassten Patientinnen und Patienten wurden wegen chronischer Schmerzen behandelt. Spastik machte 9,6 Prozent aus; außerdem wurden unter anderem Appetitverlust und weitere Beschwerden dokumentiert. Die Angaben stammen aus der BfArM-Veröffentlichung zur Begleiterhebung.

Indikation Anteil Verordnungen Evidenzlage
Chronische Schmerzen Mehr als 75 Prozent Versorgungsschwerpunkt, keine reine CBD-Wirksamkeitsmessung
Spastik 9,6 Prozent Medizinische Anwendung mit unterschiedlicher Evidenz je nach Erkrankung
Appetitverlust Häufiger weiterer Grund Symptomorientierte Versorgung, nicht automatisch CBD-spezifisch
Schlaf- und psychiatrische Begleitbeschwerden Dokumentiert, aber nicht als einheitliche Hauptgruppe auswertbar Je nach Diagnose unterschiedlich und teils begrenzt

Diese Zahlen dürfen nicht als Beweis gelesen werden, dass CBD als Nahrungsergänzungsmittel dieselben Ergebnisse erzielt. Verschreibungspflichtige Cannabisarzneimittel werden ärztlich ausgewählt, überwacht und in einen Behandlungsplan eingebettet. Ein frei verkauftes Hanfextrakt hat dagegen möglicherweise eine andere Zusammensetzung, Aufnahme und Kennzeichnung.

Besonders wichtig ist die Abgrenzung bei Epilepsie. Für bestimmte schwere Epilepsie-Syndrome existiert eine medizinische CBD-Anwendung unter ärztlicher Kontrolle. Das lässt sich nicht auf allgemeine Aussagen wie „CBD hilft bei jeder neurologischen Erkrankung“ übertragen. Versorgungsdaten zeigen, wofür Ärztinnen und Ärzte Therapien einsetzen. Sie beweisen nicht automatisch die Wirksamkeit jedes Produkts im freien Handel.

Dosierung und Anwendung in der Praxis

Bei CBD gibt es keine seriöse Einheitsdosis für alle Menschen. Ein ärztlich verordnetes Arzneimittel folgt einem anderen Dosierungssystem als ein frei gekauftes Öl, und ein Öl ist wiederum nicht direkt mit einer Kapsel, Creme oder inhalierbaren Zubereitung vergleichbar.

Arzneimittel und frei verkäufliche Produkte trennen

Für das CBD-Arzneimittel Epidyolex wird ein ärztlich titrierter Einstieg ab 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht beschrieben. Diese Angabe gehört in die medizinische Behandlung und darf nicht als Anleitung für frei verkäufliche Produkte verstanden werden.

Bei Vollspektrum-Ölen orientieren sich Konsumenten häufig an niedrigen Tagesmengen und beobachten die Reaktion. Eine vorsichtige Praxis besteht darin, niedrig zu beginnen, die Anwendung nicht hektisch zu steigern und Veränderungen schriftlich festzuhalten. Die deutsche Fachbewertung nennt für Lebensmittel unter 300 mg pro Tag keine ausreichenden Belege für gesundheitliche Vorteile. Diese Grenze ist kein Freibrief und keine Empfehlung, sondern zeigt, dass Dosis und Nutzen nicht einfach gleichgesetzt werden dürfen.

Eine Infografik mit vier Schritten zur sicheren Dosierung und Anwendung von CBD und dem Arzneimittel Epidyolex.

Die Darreichungsform verändert die Erfahrung

  • Öl unter der Zunge: Die Aufnahme kann sich von einer Kapsel unterscheiden, weil ein Teil des Wirkstoffs über die Mundschleimhaut aufgenommen wird.
  • Kapseln: Sie sind geschmacksneutral, werden aber über den Verdauungstrakt verarbeitet.
  • Cremes: Sie werden lokal aufgetragen. Eine lokale Anwendung ist nicht automatisch mit einer systemischen Wirkung wie bei einer Einnahme gleichzusetzen.
  • Inhalation: Sie kann zu einer schnellen Aufnahme führen, bringt aber zusätzliche Risiken durch das Inhalieren und ist nicht für jede Person geeignet.

Galenik, Fettgehalt der Mahlzeit, Stoffwechsel und Produktqualität beeinflussen die tatsächlich ankommende Wirkstoffmenge. Deshalb ist die Wirkungsdauer von CBD-Blüten nicht ohne Weiteres auf Öl oder Kapseln übertragbar.

Praktische Regel: Wenn du Medikamente einnimmst, eine Lebererkrankung hast oder CBD über längere Zeit nutzen möchtest, klär die Anwendung vor dem Start mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apotheke.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

CBD ist pharmakologisch aktiv. Bei Medikamenten zählt deshalb, wie dein Körper CBD und andere Wirkstoffe abbaut. CBD kann Enzyme des Cytochrom-P450-Systems in der Leber hemmen. Dadurch werden bestimmte Arzneimittel möglicherweise langsamer abgebaut, sodass ihr Blutspiegel steigt.

Besonders relevant ist CYP2C19, in geringerem Umfang auch CYP2C9 und CYP3A4. Ein deutschsprachiger Fachbeitrag ordnet ab etwa 300 mg pro Tag klinisch spürbare Interaktionen vor allem über CYP2C19 ein und nennt 26 häufig verordnete Wirkstoff-Substrate, die potenziell mit CBD interagieren. Dazu gehören mehrere Arzneimittelgruppen, wie der Fachbeitrag zu potenziellen CBD-Interaktionen beschreibt.

Infografik zur Wechselwirkung von CBD mit Medikamenten durch Hemmung der Cytochrom P450 Enzyme in der Leber.

Bei diesen Gruppen ist Rücksprache besonders wichtig

  • Blutverdünner: Antikoagulanzien wie Warfarin oder Phenprocoumon können bei veränderter Wirkstoffkonzentration ein anderes Blutungsrisiko erzeugen.
  • Antiepileptika: Clobazam und andere Antiepileptika erfordern Aufmerksamkeit, weil CBD und die Arzneimittel sich beim Abbau beeinflussen können.
  • Immunsuppressiva: Tacrolimus und Cyclosporin haben enge therapeutische Bereiche. Kleine Änderungen im Blutspiegel können medizinisch relevant sein.
  • Psychopharmaka: Einige Antidepressiva, Beruhigungsmittel und weitere Psychopharmaka werden über ähnliche Enzymsysteme verarbeitet.
  • Betablocker und Statine: Auch hier ist eine individuelle Prüfung sinnvoll.

Eine Übersicht zu Wechselwirkungen von CBD mit Medikamenten hilft bei der Einordnung vor dem Arztgespräch.

CBD, Benzodiazepine, Opioide und andere beruhigende Substanzen können sedierende Effekte addieren. Gemeinsam können sie Benommenheit, eingeschränkte Aufmerksamkeit und langsamere Reaktionen verstärken.

Etiketten frei verkäuflicher Produkte ersetzen keine Interaktionsprüfung. Nimm eine vollständige Medikamentenliste in die Apotheke oder Arztpraxis mit und erwähne auch CBD-Öl, Blüten, Kapseln oder andere Cannabinoidprodukte.

Langzeit-Risiken und sensible Gruppen

CBD wird in der Werbung oft als sanfter Begleiter für jeden Tag dargestellt. Die deutsche Sicherheitsbewertung fällt nüchterner aus. Für den Lebensmittelbereich fehlen ausreichende Belege für die häufig beworbenen gesundheitlichen Vorteile, während Risiken wie Leberschäden, Arzneimittelinteraktionen und dosisabhängige Nebenwirkungen berücksichtigt werden müssen. Die Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung ordnet CBD als pharmakologisch wirksam ein und bewertet CBD in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln aus deutscher Sicht derzeit nicht als verkehrsfähig.

Was bei längerer oder höherer Anwendung zählt

Mögliche unerwünschte Wirkungen reichen von Benommenheit, Durchfall, Schlafproblemen und Mundtrockenheit bis zu Veränderungen von Leberwerten. Die DFG-SKLM verweist außerdem auf mögliche Effekte auf Nervensystem, Magen-Darm-Trakt, Hormonsystem, Reproduktion und Fruchtbarkeit. Ein aktueller deutscher Überblick nennt bei medizinischer Anwendung ebenfalls Schläfrigkeit, Durchfall, verminderten Appetit und steigende Leberwerte.

Das bedeutet nicht, dass jede Person diese Beschwerden entwickelt. Es bedeutet, dass eine tägliche Anwendung über längere Zeit nicht wie ein beliebiger Snack behandelt werden sollte. Bei medizinisch begleiteten Therapien können Leberwertkontrollen sinnvoll sein. Eine Selbstmedikation über Wochen ohne Rücksprache erschwert dagegen die Beurteilung, ob Beschwerden vom CBD, von einem anderen Medikament oder von der Grunderkrankung kommen.

Wer besonders vorsichtig sein sollte

  • Schwangere und Stillende: Die Sicherheitslage reicht nicht aus, um eine sorglose Anwendung zu rechtfertigen.
  • Menschen mit Lebererkrankungen: Eine bestehende Belastung kann die Risikobewertung verändern. Ärztliche Kontrolle ist besonders wichtig.
  • Ältere Menschen: Mehrere gleichzeitig eingenommene Arzneimittel erhöhen die Wahrscheinlichkeit relevanter Wechselwirkungen.
  • Kinder und Jugendliche: Eine Anwendung sollte nur bei klarer medizinischer Indikation und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
  • Menschen mit psychiatrischen Vorerkrankungen: CBD ersetzt keine fachärztliche Behandlung und kann zusammen mit Psychopharmaka besondere Vorsicht verlangen.

Achte auf neue Müdigkeit, Verdauungsbeschwerden, Appetitveränderungen oder andere auffällige Symptome. Dokumentiere Beginn, Produkt, Menge und Begleitmedikamente, damit eine Fachperson die Situation nachvollziehen kann.

Sicher einkaufen und weiterlesen

Ein gutes CBD-Produkt beginnt nicht mit einem besonders lauten Wirkversprechen. Es beginnt mit nachvollziehbaren Inhaltsstoffen, einer klaren Kennzeichnung und einem unabhängigen Analysezertifikat. In Deutschland sollten Käufer außerdem den tatsächlichen THC-Gehalt prüfen. Bei Hanfprodukten aus dem Katalog des Anbieters wird beispielsweise ein THC-Gehalt unter 0,2 Prozent genannt. Diese Angabe sollte immer zum konkreten Produkt und zum aktuellen Laborbericht gehören, nicht nur zu einer allgemeinen Werbeaussage.

Die praktische Einkaufsliste

  • Laborbericht prüfen: Achte darauf, dass CBD-Gehalt, THC-Gehalt und möglichst auch Verunreinigungen nachvollziehbar analysiert wurden.
  • Chargenbezug verlangen: Ein Zertifikat ist besonders hilfreich, wenn es eindeutig zur angebotenen Charge gehört.
  • Wirkversprechen meiden: Aussagen wie „heilt“, „ersetzt Medikamente“ oder „ohne Nebenwirkungen“ sind Warnzeichen.
  • Herkunft nachvollziehen: Ein klar benannter Hersteller und eine erreichbare Kontaktadresse erleichtern Rückfragen.
  • Anwendung lesen: Hinweise zu Altersgrenze, Schwangerschaft, Lagerung und Verzehrzweck gehören zur Kaufentscheidung.
Bezugsquelle Qualitätsmerkmal
Apotheke Persönliche Beratung und pharmazeutische Einordnung
Geprüfter Online-Händler Zugängliche Analysezertifikate, klare Produktangaben und erreichbarer Support
Fachgeschäft Möglichkeit, Herkunft und Anwendung direkt zu besprechen
Anbieter ohne Laborangaben Kritisch prüfen, besonders bei starken Gesundheitsversprechen

MYGREEN führt legale Cannabinoidprodukte für erwachsene Kundinnen und Kunden in Deutschland und stellt bei den angebotenen Produkten zugängliche Analysezertifikate bereit. Der Shop beschreibt außerdem neutralen Versand und richtet sich mit CBD-Produkten auch an Menschen, die sich für nicht berauschende Cannabinoidprodukte interessieren. Das ersetzt keine medizinische Beratung und macht aus einem Produkt kein Arzneimittel.

Für die eigene Recherche sind Veröffentlichungen des BfArM, des BfR und der DFG-SKLM geeignete Anlaufstellen. Bei chronischen Schmerzen lohnt zusätzlich der Blick auf medizinische Fachgesellschaften und systematische Übersichten. Achte dabei immer darauf, ob eine Quelle über verschreibungspflichtige Arzneimittel, medizinische Cannabistherapie oder frei verkäufliche Lebensmittel spricht. Diese Kategorien lassen sich nicht einfach vermischen.

CBD ist damit weder ein Wundermittel noch ein belangloses Lifestyle-Accessoire. Es ist ein biologisch aktiver Stoff, dessen Nutzen von der Anwendung und dessen Risiken von Dosis, Dauer, Produkt und persönlicher Situation abhängen.


Wenn du CBD-Produkte mit nachvollziehbaren Angaben und zugänglichen Analysezertifikaten vergleichen möchtest, findest du bei MYGREEN eine Auswahl für erwachsene Kundinnen und Kunden in Deutschland. Prüfe vor dem Kauf immer die konkrete Produktkennzeichnung und kläre die Anwendung bei Medikamenten oder Vorerkrankungen mit einer Fachperson.

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